Long Baits Blog-Life #firsttry2020

Wer hätte es gedacht, dass mein Leben quasi von hundert auf null reduziert wird, weil eine Pandemie unsere gesamte Welt lahm legt? Ich hätte niemals daran geglaubt, aber jetzt ist es soweit und ich muss gerade mein gesamtes Leben neu strukturieren.

Aber mal von Anfang an. Ich bin Vertriebsleiter, fahre im Jahr mindestens 80.000km und verbringe den halben Tag im Auto. Ziemlich schlechte Voraussetzungen also um Sessions vorzubereiten oder oft ans Wasser zu kommen. Doch seit Mitte März hat sich das Blatt komplett gewendet, Außendiensttermine wurden abgesagt, Meetings werden nur noch über Videos wahrgenommen und ich arbeite zu hundert Prozent aus dem Homeoffice.

Nun ja, wenn man den finanziellen Aspekt weglässt, dann ist es alles andere als schlimm. Schließlich kann ich eher und intensiver an meinem neuen Domizil angreifen.

Was habe ich vor?

Seit vier Jahren bin ich in einem ortsansässigen Angelverein. Ursprünglich nur deshalb, weil ich günstiger an die thüringer Verbundkarte komme, um dann Wiederrum an anderen Seen zu angeln. 

Bis Ende letzten Jahres habe ich unsere eigenen Seen ignoriert und das (leider) völlig zu unrecht!

Denn zu unseren Gewässern gehört ein Komplex in einem aktiven Kieswerk. Wir haben insgesamt 6 Baggerseen, die ich mir vorgenommen habe in diesem Jahr intensiv zu beangeln. Bereits im Herbst habe ich den ersten See angetestet und konnte bereits nach drei Tagen kontinuierlichen Fütterns mega Sessions hinlegen können. Ich wurde überschattet von dicken Fischen und während ich zum Auftakt einen massiven Spiegler mit 18,5kg fangen konnte, lag das Durchschnittsgewicht bei guten 13kg. CT hat absolut abgeliefert und ich habe mich komplett auf diesen Boilie eingeschossen. Ich war happy und gleichzeitig richtig heiß das Teil in 2020 umzukrempeln.

Also habe ich die ersten warmen Tage Ende März/Anfang April genutzt und voller Vorfreude akribisch nach neuen Spots gesucht und gefüttert.

Ich war gesegnet und konnte nichts falsch machen. Alles was ich tat, brachte Erfolg!

Dann bekam ich voll auf den Sack!

Ich war vorbereitet. Das Futter hat gestimmt, die Spots waren perfekt und das Wetter ging auch. Naja.. so wie es eben der April zulässt. Mal Sonne, dann Regen, dann Schnee und dann wieder Wind aus West und dann wieder aus Ost. Trotzdem war ich mir sicher, dass ich ordentlich abkassiere. Schließlich hatte mich der See des Gleichen schon im Herbst davon geleert. 

In der ersten Nacht konnte ich mich auf einen der beiden Plätze verlassen. Er brachte mir einen perfekten dunklen Spiegler. Jetzt muss es ordentlich anlaufen – dachte ich! Denn die nächsten 48 Stunden saß ich ohne einen einzigen Kontakt, ohne einen Fisch an der Oberfläche gesehen zu haben und ohne einen einzigen Pieper. Tagsüber war ich flexibel, habe mit beiden Ruten unterschiedlichen Teile des Sees beangelt und versucht mit Teig und Pop Ups aktive Fische zu finden. Aber auch hier Fehlanzeige.

Ich hatte Alles – doch Alles half nichts!

Flexibel bleiben, nicht verkrampfen und nachdenken!

Was blieb mir anderes übrig, als weitere Spots zu suchen? Ich habe mir den gesamten Vormittag des vorletzten Tages vorgenommen und verschiedene Bereiche mit dem Deeper abgegangen, um danach mit einem schweren Grundblei den Boden abzutasten. Darüberhinaus bin ich gefühlte hundert Mal den Hang hochgeklettert, um aus der Vogelperspektive nach markanten Plätzen wie Sandbänken, Plateaus oder Krautfeldern zu schauen.

Ein Platz schien mir dabei am interessantesten. Der lag direkt in einer kleinen Bucht, die relativ Flach und voll mit Kraut war. Dort habe ich zwei Plateaus entdeckt, die voll mit Kraut standen. Direkt dazwischen habe ich mit dem Blei einen knallharten Boden gefunden, danach mit 5 Spombs meines Mixes befüttert und für die letzte Nacht eine Rute hingelegt.

Ich hatte ein gutes Gefühl als ich mich abends auf meiner Liege niedergelassen habe und wurde gegen 0:00 Uhr von der Liege gerissen. Nach einem kurzen Drill konnte ich einen wunderschönen Schuppi in die Maschen legen und auch wenn er nicht der größte war, ist er für mich absolutes Gold wert!

Die Morgensonne passte perfekt zum goldenen Schuppi!

Don’t forget!

Wer flexibel ist und sich nicht an Vergangenem festhält, ist oft erfolgreicher!

Nullachtfünfzehn war gestern und funktioniert heute schon nicht mehr. Und für alle, die es nicht nur im Text lesen, sondern auch gern ein kleines Video sehen wollen, findet ein kleines Video auf meinem YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/watch?v=O3TZDlpqjKI&t=5s

Thanks a lot, bleibt locker und gesund!

Florian Tamm

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