Long Baits Interview

Häufig erreichen uns Anfragen von Kunden, die wissen wollen, wer alles hinter Long Baits steckt. Zugegebenermaßen ist dies ein wichtiger Punkt. Nur so können sich unsere Kunden auch vollständig mit den Produkten und vor allem der Firma identifizieren.  Deshalb haben wir heute die beiden Köpfe hinter Long Baits in einem Kurzinterview ausgefragt. Wir möchten euch Einblicke hinter die Kulissen geben, der Entstehung der Firma Long Baits auf den Grund gehen und vor allem eure Fragen an die Beiden stellen. Aber lest selbst… 

Moin Christian, Moin Sascha. Schön das ihr die Zeit für ein Interview auf unserem Blog gefunden habt. Bitte stellt euch doch mal kurz vor.

Christian: Moin, ich bin Christian Hilmer, aber die meisten kennen mich unter dem Spitznamen „Long“. Wie mein Spitzname schon verrät, bin ich der Gründer und Inhaber der Manufaktur „Long Baits“. Mittlerweile bin ich aber nicht mehr alleine, sondern bekomme Unterstützung durch meinen Freund und Kollegen Sascha Rosteck. 

Sascha: Ja auch moin von mir, wie Long schon erwähnt hat, mein Name ist Sascha Rosteck und ich bin bei Long Baits für die Bereiche Social Media, Marketing, Team und Supporter und vieles mehr zuständig. Quasi fast alles was nicht mit der Produktion der Boilies zu tun hat. Aber dazu später bestimmt mehr…

Super. Beginnen wir mit Christian und der Entstehung von Long Baits. 

Christian, rollst du schon immer deine Boilies selbst ab oder hast du früher auch zu Fertigboilies von anderen Firmen gegriffen?

Christian: Ja, zu Beginn meiner Angelei auf Karpfen- das muss so um 1992 oder 1993 gewesen sein- habe ich noch Fertigboilies gefischt. Allerdings waren diese sehr bitter und ich wollte schnell was Eigenes herstellen. Deshalb habe ich kurze Zeit danach auf einen fertigen Mix gewechselt und jeden Tag vor dem Anfüttern meine Boilies super frisch hergestellt. Natürlich war zu dieser Zeit noch nicht an große Mengen zu denken. Man muss sich ja überlegen, dass man damals für 500 Gramm Boilies meist schon über eine Stunde lang beschäftigt war. Danach bin ich mit meinem Mofa sofort los ans Wasser und habe die frisch gekochten Boilies direkt an die Karpfen verfüttert.

Interessant. Also hast du ja relativ schnell die Produktion von eigenen Boilies für dich entdeckt. Und aus diesem Hobby heraus entstand dann die Firma Long Baits?

Christian: Genau. Angefangen hat alles 2005 mit einem kleine Laden – circa 50 qm groß – indem ich ausschließlich zu Beginn Tackle verkauft habe.

Da ich zu dieser Zeit bereits selbst gerollt hatte und immer mehr Boilies vorrätig waren als benötigt, habe ich damals schon häufig Boilies an meine Kumpels abgegeben. Für die war es natürlich super. Sie wussten zum Einen, dass ich immer Boilies herumliegen hatte und kannten zum Anderem durch gemeinsame Sessions bereits die Qualität meiner Produkte. Es dauerte auch nicht lange und die Nachfrage nach meinen Boilies stieg, da auch meine Kumpels schlagartig mehr Erfolg hatten als zuvor. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch maschinell bereits sehr gut aufgestellt und die erhöhte Nachfrage war für mich kein Problem. Also erweiterte ich mein Gewerbe. 
Also, wie du merkst, war das Ganze nicht so wirklich gewollt und ich bin da quasi mehr oder weniger irgendwie reingerutscht. Der kleine Laden füllte sich auch mittlerweile bis unter die Decke und es musste der nächste Schritt folgen. Zu diesem Zeitpunkt standen- zum Glück für mich- alle ehemaligen „Schlecker“-Filialen leer. Die Größe war perfekt für mein wachsendes Gewerbe. Natürlich begleitete mich auch die Angst, dass dieses Vorhaben vielleicht eine Nummer zu groß für mich ist. Ich war zu Beginn natürlich von der Größe meines neuen Ladens überwältigt und hätte mir nicht träumen lassen, dass dieses Geschäft irgendwann mal bis unter die Decke voll mit Tackle stehen würde. Zu Beginn ging natürlich alles erst einmal für die Miete drauf, aber irgendwann wagte ich den Schritt und kaufte die Location. 

Mittlerweile herrscht auch in der neuen Location schon wieder Platzmangel. Aber mein Geschäft ist voll mit dem Tackle von namhaften Firmen wie Chub, Nash, Fox, Trakker, Solar, Sonik, Jrc und viele Weitere. Im hinteren Teil des Ladens findet nun die Produktion der Boilies statt. Quasi 2 in 1. 

Wow, was für eine tolle Entwicklung. Bei solch einem Wachstum stellt sich die Frage, ob Long Baits mittlerweile dein Hauptberuf ist, oder arbeitest du nebenbei noch woanders?

Christian: Momentan arbeite ich nebenbei noch im KFZ-Handel. Das teilt sich bei mir zeitlich relativ gleich auf. Ich probiere aber immer ab dem Nachmittag für meine Kunden im Laden zu sein.

Und das machst du jeden Tag? Wie sieht denn dann ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Christian: Wie oben bereits erwähnt, arbeite ich vormittags immer noch im KFZ-Handel. Um 13 Uhr mache ich mich dann auf den Weg in den Laden. 

Meistens beginne ich dann direkt mit der Produktion neuer Ware. 
Das hat dann meist immer den gleichen Ablauf. Ich mische die Mixe an, mache den Teig fertig und fülle alles in den Extruder. Danach geht es an die Maschinenführung, sowie das Befüllen der Bleche, welche dann in den Kombidämpfer kommen. Die frischen Boilies werden dann zum Trocknen in Körbe befüllt und gelagert. Wenn danach noch Zeit ist mache ich mich an das Verpacken von fertigen Chargen, sowie das Bekleben der Labels.

Je nach dem kommt da noch die Überprüfung des Wareneingangs hinzu, das Schreiben von Rohware, Rückstellmuster bilden und ähnliches. 
Am Ende des Tages kümmere ich mich dann um den Versand, arbeite Kundenbestellungen ab, bereite die Abholung am nächsten Tag vor, sowie das Vorlagern.

Krass, das klingt aber nach einem einem anstrengenden und ereignisreichen Tag für dich. Da kann man ja nur hoffen, dass alles reibungslos abläuft. Gibt es denn unvorhergesehen Probleme bei der Köder-Herstellung?

Christian: Natürlich, unvorhergesehene Probleme kann es immer geben. Wenn wir keinen Maschinenausfall haben ist das schon mal die halbe Miete. Wir arbeiten mit sieben Motoren. Zwei für die Walzen, zwei Weitere für die Extruder, sowie jeweils einen für die beiden Förderbänder und einen für das Restabfall-Band. Des Weiteren arbeiten wir mit fünf Frequenzumrichtern- da kann immer was passieren. Es kam zum Glück noch nicht so häufig vor, aber es ist schon einmal mitten in der Produktion was aufgeraucht. 

Unsere Mixe sind alle erprobt und werden regelmäßig gerollt, daher gibt es da eher weniger Probleme. Die Konsistenz des Teigs muss nur passen. Ist dieser zu hart entstehen an den Seiten der Boilies Risse. Ist dieser zu weich zieht das Förderband die Wurst länger und der Durchmesser passt am Ende nicht. 

Da hast du ja immer ganz schön was zu tun. Daher ist es auch kein Wunder, dass du jemanden hast der dir unter die Arme greift.

Und damit wären wir jetzt auch schon bei dir, Sascha. Wie kamst du denn eigentlich zu Long Baits? 

Sascha: Unsere Zusammenarbeit entstand zufällig. Ich bin auf der Suche nach einer Firma gewesen, bei der ich mich mit meiner Erfahrung und meinen Ideen einbringen kann. Wie sich das alles dann entwickelt hat, konnten wir beide zu Beginn nicht erahnen. Zwischen Long und mir entwickelte sich relativ schnell eine tiefe Freundschaft und mit dieser auch der Drang in mir die Firma weiter voran zu treiben. Ich helfe nicht nur, weil ich die Firma vorantreiben möchte, sondern auch weil ich in Christian einen echten Freund gefunden habe, mit dem ich die Leidenschaft zum Hobby teile und wir beide zu 100% davon überzeugt sind, dass wir es schaffen können. Qualität und Einsatz wird früher oder später immer belohnt.

Sehr schöne Worte. Aber wie definiert sich denn nun deine Arbeit bei Long Baits genau?

Sascha: Wie eingangs erwähnt kümmere ich mich mittlerweile um fast alles außerhalb der Produktion. Das ist sehr breit gefächert. Angefangen von der Kundenbetreuung, der Präsenz auf Social Media, der Abstimmung mit Teamanglern und Supportern, dem Marketing der Produkte, sowie der Visualisierung von neuen Designs und Labels. Des Weiteren leite ich den kompletten Onlineshop.

Bei so vielen Aufgabenbereichen ist es einfach nur richtig sich die Arbeit zu teilen, damit am Ende die Qualität nicht drunter leiden muss. 

Was macht denn in deinen Augen eine gute Boilie-Bude aus und was hältst du von Firmen, welche im Ausland ihre Murmeln abrollen lassen und dann nur noch ihr Label drauf klatschen? 

Sascha: Ich finde das man die Qualität nicht zu 100% gewährleisten kann, da man den Produktionsprozess nicht in der eigenen Hand hat. Nur wenn man im eigenen Haus produziert und immer dabei ist, kann man gewährleisten, dass die gewünschte Qualität bei dem Kunden ankommt. In diesem Bezug sollte nicht der Faktor Geld entscheiden. Man darf nicht vergessen, dass auch zusätzliche Dienstleister Geld verdienen wollen und das nicht umsonst machen. Das hebt den Preis der Boilies unnötig an oder man spart am falschen Ende- der Qualität.

Das macht auch eine gute Baitfirma aus. In erster Linie ist es die Qualität der Produkte. Aber Qualität bezieht sich nicht immer nur auf die Produkte, sondern beginnt bereits bei der Auswahl an Zulieferern. Auch hier achten wir bei Long Baits so gut es geht darauf, dass unsere Zulieferer aus der Region kommen. 

Hinzu kommt noch ein bestmöglicher Kundensupport, welcher sich durch maximale Transparenz gegenüber dem Kunden auszeichnet. Nur so kann man den Kunden auch belegen, wofür er sein Geld ausgibt und investiert. Daraus resultiert, dass dieser mit vollstem Vertrauen ans Wasser gehen kann. Wir probieren jeden Tag aufs Neue unseren Kunden maximale Qualität zu gewährleisten. Von der Produktion bis zur Reinigung der Anlage nach jeder Charge.

Das hört sich vielversprechend an. Kommen wir nun ein bisschen genauer auf die verschiedenen Produkte bei Long Baits zu sprechen. Was ist denn dein Lieblingsköder im Programm und welcher wird in deinen Augen am meisten „unterschätzt“?

Sascha: Mein Lieblingsköder ist schwer zu bestimmen. Da ich von jedem Boilie die Inhaltsstoffe kenne habe ich in alle ein großes Vertrauen. Wenn ich mich jetzt entscheiden müsste, würde ich aber den Liver, sowie den Coconut Toffee nehmen. Einen fischigen und einen süßen Boilie. Damit ist man gut aufgestellt.

Den einen unterschätzten Köder gibt es nicht. Ich glaube, dass fast alle Köder aus unserer Range unterschätzt sind, da vielen die massive Arbeit und Qualität noch nicht bewusst ist. Daher empfehle ich auch jedem sich mit der Thematik der Köder zu befassen und nicht blind einen Namen zu kaufen oder die Wahl des Boilies nach Geruch oder Geschmack abhängig zu machen.

Eine sehr ehrliche und interessante Ansicht. Erzähl uns doch mal wie deine Angelei im Allgemeinen so aussieht und wie du aktuell im Frühjahr vorgehst?

Sascha: Mein Frühjahr läuft aktuell anders ab als geplant. Mein Hausgewässer, welches ich in diesem Frühjahr befischen wollte, ist gesperrt. So führte mich mein Plan B an einen kleinen Baggersee mit einem sehr guten Bestand an Karpfen. Jetzt werde ich aber meine Angelei an einen Altarm verlegen, um dem Stress und dem Andrang an unserem Vereinsseen zu entgehen.

Meine Angelei war in den letzten Jahren geprägt von Technik. Ein voll ausgestattetes Futterboot, sowie eine Drohne waren mein ständiger Begleiter.

An dem kleinen Baggersee, von dem ich eben sprach, war ich aber ohne jegliche technische Ausstattung unterwegs. Das hat mir auch wieder sehr viel Spaß gemacht und wird in Zukunft wieder häufiger praktiziert. „Back to the roots“ wie man so schön sagt. 

Sehr geil. Da wünsche ich dir weiterhin viel „Petri Heil“ bei. 

Klasse, jetzt haben wir ja einiges über euch erfahren können. Aber eine Frage interessiert die Leute natürlich besonders. Eine immer wiederkehrende Frage auch bei Social Media. Wie wird man eigentlich Teamangler bei Long Baits? 

Sascha: Achja, die Frage nach dem Team. Potentiell kann jeder Teamangler bei Long Baits werden. Den Leuten sollte nur bewusst sein, dass sie dafür auch was bieten müssen. Eine gewisse Erfahrung sollte natürlich vorhanden sein. Des Weiteren sollten sich die Leute in Zeiten von immer wachsenden Social Media abheben können. Das kann durch gute Berichte, Fotos, Videos oder auch graphisches Geschick passieren. Es muss auch einfach menschlich passen. Wir setzen viel Wert auf eine gute Harmonie innerhalb des Teams- da sind ideenreiche und teamfähige Angler unabdingbar. 

Das hast du aber sehr umfangreich geschildert. Die Leute können natürlich auch gerne unseren Blog nutzen und uns ihre Berichte und Fänge schicken um so auf sich aufmerksam zu machen. 
Das waren jetzt viele Fragen und viele Informationen über die Personen hinter Long Baits. Erzählt uns doch zum Abschluss noch einmal was in Zukunft von Long Baits erwartet werden kann und was eure Wünsche diesbezüglich sind? 

Christian: Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es weiterhin so schnell Berg auf geht wie aktuell. Dafür können auch die Kunden weiterhin von uns konstant hohe Qualität erwarten. 

Sascha: Für die Zukunft wird es weiterhin maximale Qualität und zusätzlichen Content auf Instagram und Facebook geben. Auch der neue Blog wird weiterhin viele neue Sachen bieten. Des Weiteren wird es in diesem Jahr auch noch einige Neuheiten geben. 

Und um welche Neuheiten es sich handelt erfahrt ihr im nächsten Monat auf unserem Blog. Ich möchte mich bei Christian und Sascha für dieses Interview bedanken und natürlich auch bei unseren Lesern, dass ihr diesen Blog so unterstützt. Ich wünsche euch allen viel Erfolg am Wasser! Who catches is right! 

Peace, 
Gian Luca Lüttge

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